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GLAUBENSTRUHE

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Das Wesentliche des biblischen Glaubens!

Das 12. Kapitel der Offenbarung des Johannes beinhaltet eine geheimnisvolle Botschaft, der dieser Artikel eine besondere Aufmerksamkeit schenkt. Es wird nicht das ganze Kapitel betrachtet, sondern nur einem ausgewählten Teil soll hier die Aufmerksamkeit gewidmet werden.

 

Um diese Studie leichter zu verstehen, ist sie in einzelne Teile aufgegliedert. Es wird empfohlen, den Artikel „Regeln für das Studium der Prophetie“ auf dieser Webseite vorher zu lesen.

 

Der Text, der die Grundlage der Studie darstellt:

„Dann war im Himmel eine außergewöhnliche Erscheinung zu sehen: Eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; unter ihren Füßen hatte sie den Mond und auf dem Kopf trug sie einen Kranz von zwölf Sternen. Sie war schwanger und stand kurz vor der Geburt. Die Wehen hatten bereits begonnen und sie schrie vor Schmerzen.“ (Offenbarung 12,1.2/NEÜ)

 

Teil 1:

Eine Frau mit der Sonne bekleidet und mit dem Mond unter den Füßen wörtlich zu verstehen, wäre unlogisch. Deshalb muss dieses Bild offenkundig symbolisch verstanden werden.

 

In der Symbolik stellt eine Frau nach 2.Korinther 11,2 die Gemeinde Jesu dar: „Ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, nämlich Christus, und ihm will ich euch als unberührte Braut zuführen.“

 

Zuerst ist es notwendig an eine im Himmel anwesende Gemeinde Jesu zu denken, da Johannes die Frau „im“ Himmel sieht. Dass es diese Gemeinde gibt, geht auch aus Hebräer 1,6 hervor: „Und abermals, wenn er den Erstgeborenen einführt in die Welt, spricht er: »Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“

 

Das Wort „abermals“ zeigt an, dass schon früher Jesus von seiner Engelgemeinde angebetet wurde, denn vor der Erschaffung unserer Erde war Jesus der Anführer der himmlischen Gemeinde der Engel.

 

Die Texte in Offenbarung 12,7: „… der (Engelfürst) Michael und seine Engel …“ und in Offenbarung 19,14: „ … Ihm (Jesus) folgten auf weißen Pferden … die Heere des Himmels“, bestätigen diese Erkenntnis von der himmlischen Gemeinde.

 

Man kann die prächtige Sonne, mit der die Frau bekleidet ist, als Symbol für Kraft und anziehende Wärme verstehen. Die durch das Sonnenlicht entstandenen attraktiven Farben können die vielseitigen jedoch reinen Charaktere der Mitglieder dieser Gemeinde symbolisieren.

 

In dieser himmlischen Gemeinde ist der Herr Jesus das Haupt und die Engel sind die Glieder. Nach der biblischen Bezeichnung ist dies „Ein Hirte und eine Herde“.

 

Teil 2:

Jetzt lenken wir unsere Aufmerksamkeit der Gemeinde Gottes auf Erden zu. Der Anfang dieser Gemeinde geht auf die ersten Menschen, Adam und Eva, und folglich auf ihre immer größer werdende Familie zurück.

 

Später wählte Gott den treuen Abraham und seine Nachkommen, das bekannte Volk Israel, für die Funktion einer Gemeinde Gottes auf Erden aus. Schließlich kamen Gläubige aus den Heiden dazu, bekannt als Christen.

 

Diese Gemeinde Gottes ist unter der Aufsicht des himmlischen Fürsten, des Erzengels Michael, jetzt als Jesus Christus bekannt, wie es folgende Bibelstelle aussagt: „Denn ich will nicht, dass ihr in Unkenntnis darüber seid, Brüder, dass unsere Väter alle … denselben geistlichen Trank tranken, denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus.“ (1.Korinther 10,1.4)

 

Diese irdische Gemeinde des Herrn Jesu soll ein Repräsentant Gottes auf Erden sein, ein Licht, das pflichtbewusst zum Gott des Weltalls führt.

 

Teil 3:

Was hat nun diese irdische Gemeinde mit diesem seltsamen Bild der Frau aus Offenbarung 12 zu tun: „eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen.“ (V.1)

 

Da in der Bibel der Mond als Symbol für Götzendienst steht (2. Kö 23,5), kann dieser Mond, auf dem die Frau steht, nicht das Gleiche versinnbildlichen. Aber wegen des Zusammenhangs und einer sachlichen Analyse könnte für diesen Fall folgende Auslegung gelten.

 

Zwar gehört der Mond als Trabant zur Erde, ist aber mit ihr nicht direkt verbunden. Sein Licht ist nur ein Abglanz der Sonne. Das ähnelt dem Gedanken in Johannes 15,19, wo es heißt: „Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“

 

Man kann deshalb annehmen, dass in dieser Darstellung der Mond ein Symbol für die Absonderung der Gemeinde Jesu von der Welt ist. Damit bezieht sich die Laufbahn des Mondes auf den Weg der Heiligung fern von der Welt. Diese irdische Gemeinde ist ein Abglanz der Himmlischen. Daraus kann man schlussfolgern, dass die himmlische Gemeinde den Typus darstellt, ihr Abglanz, die irdische Gemeinde, den Antitypus.

 

Zwar ist die Gemeinde Jesu noch auf der Erde, doch als Volk Gottes soll im Geist und in der Moral der zehn Gebote Gottes von der Welt abgesondert leben.

 

Teil 4:

Was kann der Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt bedeuten? In Verbindung mit anderen Stellen der Bibel entsteht folgendes Bild dieser Frau: „Sie machten einen Kranz aus purem Gold, das heilige Diadem, und brachten darauf die Inschrift nach Art der Siegelgravierung an: Heilig dem HERRN.“ (2. Mose 39,30)

 

Ein Bestandteil der Priestergewänder war ein Kranz, ein Diadem auf seinem Haupt. Er war ein Zeichen seiner Würde und Berufung. Die Aufgabe des Priesters war, den Erlösungsplan Gottes zu repräsentieren und in Zeremonien praktisch auszuüben.

 

Nicht nur ein Priester hat diese Aufgabe, wie folgender Text bezeugt: „…und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für Seinen Gott und Vater.“ (Offenbarung 1,6)  So weist der Kranz auf dem Haupt der Frau auf eine Gemeinde hin mit der majestätischen Botschaft des Erlösungsplanes Gottes.

 

Der Kranz aus 12 Sternen erweitert diese Bedeutung. „Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“ (Daniel 12,3) Die Zahl Zwölf erinnert an die 12 Stämme Israels und die 12 Apostel welche zusammen die große Gemeinde des Herrn Jesu auf Erden ausmachen.

 

So ist diese Gemeinde aus Offenbarung 12 kein politisches, sondern ein geistliches Gebilde. Alle ihre Glieder haben einen ernsten missionarischen Auftrag zu erfüllen. Sie sollen als Priester Gottes für die zum Tode verurteilte Welt wirken und wie die Sterne in der dunklen Nacht den Weg zu einer besseren Welt erleuchten, einer Welt ohne Tränen, Leid und Tod. Sie erleuchten die Welt mit der frohen Botschaft von der Erlösung durch den Erzengel Michael – den Sohn Gottes.

 

Teil 5:

Über diese Frau im Himmel wurde gesagt: „Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären.“ Man kann, laut dieser Studie, sagen: „Und die himmlische Gemeinde war „schwanger“ und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und sollte gebären.“

 

Wie ist dies zu verstehen und wie kam es dazu, dass damals diese Frau - Gemeinde im Himmel - in Geburtswehen schrie. Um diese Aussage verstehen zu können, ist es wichtig, eine Situation zu begreifen, die im Himmel entstanden war.

 

Dasselbe 12. Kapitel der Offenbarung schildert folgende Situation: „Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und Seine Engel kämpften gegen den Drachen; und der Drache und seine Engel kämpften.“ (V.7)

 

Es gab also eine Zeit, in der nicht nur eine Gemeinde im Himmel war, es gab einmal zwei Gemeinden, die sogar miteinander kämpften. Wer dieser neue Anführer und seine Gemeinde waren, schildern weitere Verse des 12. Kapitels:

 

„Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan.“ (V. 3.4a)

 

Laut Jesaja, Kapitel 14 und Hesekiel, Kapitel 28, war dieser Drache einst ein schützender Cherub, bekannt als Luzifer. Er wollte eine bessere Gemeinde ohne die Gesetze Gottes gründen. Mit falschen Versprechungen und viel List gelang es ihm, ein Drittel der Belegschaft aus der himmlischen Gemeinde Jesu herauszureisen und in seine neu entstandene Gemeinde zu locken.

 

 Diese neue Gemeinde wurde später aus der himmlischen Gemeinde Jesu ausgeschlossen und auf die bereits von Menschen bewohnte Erde verbannt. Auf Erden war Satans Plan derselbe wie im Himmel: Durch die Verführung zur Ablehnung der Gesetze Gottes riss er Menschen aus der Gemeinde Gottes heraus, um sie in die Eigene einzugliedern.

 

Teil 6:

Weil die Folge der Sünde der Tod ist und nur im Befolgen des Gesetzes Gottes Leben möglich ist,  gab der Gott der Liebe den Menschen einen Ausweg aus diesem Dilemma: den Erlösungsplan.

 

Folgendermaßen könnte die Verkündigung dieses Planes zur Rettung der Menschen im Himmel aufgenommen worden sein. Als die Engel erfuhren, dass ihr Anführer zur Erde gehen sollte, um dort für die sündige Welt zu sterben, war das für die ganze Gemeinde der Engel unerträglich schmerzhaft und sie wollten es sogar verhindern. Man könnte sich gut vorstellen wie die Engel schrien: Nein! Nein! Unser geliebter Fürst kann doch nicht für den winzigen unbedeutenden Planeten Erde sterben sollen! Das können wir nicht zulassen! Diese Aufregung war wie das Schreien in Geburtswehen. Als sie jedoch erfuhren, dass ein anderer Weg zur Erlösung der Menschen nicht möglich sei, boten sich sicherlich manche an, selbst an Stelle ihres geliebten Fürsten sterben zu wollen.

 

Diese freie Darstellung wird unterstürzt durch das Zitat aus dem Buch „Patriarchen und Propheten“ gegen Anfang des 4. Kapitels: „Die Engel empfanden keine Freude, als Christus ihnen den Erlösungsplan darlegte, denn sie sahen, dass er ihrem geliebten Gebieter unaussprechliches Leid bringen musste. (…) Die Engel fielen vor ihrem Herrn nieder und boten sich als Opfer  für die Menschen an. Aber ihr Leben genügte nicht, die Schuld zu bezahlen.“

 

Da es sich in diesem Erlösungsplan um die Menschen handelt, wurde die Geburt des Erzengels Michael selbst nach Bethlehem inmitten Seiner irdischen Gemeinde verlagert. Hier auf Erden bekam Er seit seiner Geburt den Namen, „Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser der Menschheit“.

 

Teil 7:

Weil bereits auch der einstige Cherub mit seinen Verlockungen und schlimmen Verfolgungen auf Erden wirkt, ist die Treue und Reinheit der Glieder dieser Gemeinde Gottes nicht immer zufriedenstellend. Aber es gab zu jeder Zeit auch solche Menschen, die trotz verschiedener Irrlehren und Verfolgungen in großen körperlichen und geistlichen Leiden sichtbar geschwächt, ihrer Berufung durch Jesus Christus treu geblieben sind. Die Bibel bezeichnet sie als „die Übrigen“.

 

„Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu.“ (Offenbarung 12,17)

 

Für diese Übrigen gilt die Ermutigung des Herrn Jesu: „Du brauchst dich nicht zu fürchten, kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch sein Reich zu geben.“ (Lukas 12,32 /NGÜ)

 

„Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; wir werden verfolgt, aber nicht verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um.“ (2.Korinther 4,7.8)

 

Wenn unser Heiland wiederkommt, wird es auf Erden wie im Himmel eine reine Gemeinde geben, deren Fürst  der Herr Jesus Christus ist. Es wird ein  Hirte und eine Herde sein! (Johannes 10,16) Alle, die den Drachen und seinen Verlockungen widerstanden haben, werden sich in dieser Herde befinden und für immer bleiben. Möge uns unser großer Gott dabei helfen die Versuchungen des Bösen zu überwinden und durch Christus unsere endgültige Erlösung zu erreichen, die so große Schmerzen verursachte. Das ist mein Gebet!

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