Adam und Eva im Garten Eden

Mitten im Garten

„Von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt:
Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!“ 

„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ (1Mose 1,1)
„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut.“ (1Mose 2,31)

Zu diesem „Alles“ gehörte auch der Garten Eden, für den Menschen ein herrliches und anmutiges Zuhause. Hier gab es alles, um ein betuchtes und zufriedenstellendes Leben zu genießen. Es mangelte an nichts. Und doch!

In diesen Garten setzte Gott einen tödlichen Gegenstand. Das tat ein Gott, der die personifizierte Liebe ist. Das scheint unfassbar und strittig.

„Und der HERR, Gott, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.“ (1Mose 2,9)

Zwei Bäume in der Mitte eines idyllischen Zuhauses. Zwei Bäume von gegensätzlicher Wirkung: In dem einen Baum liegt das Leben, in dem anderen der Tod. Beide tragen schöne, anziehend bezaubernde Früchte. Adam und Eva schauen oder passieren immer wieder wohlauf diese beiden Bäume.

„Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben. (1Mose 3,16.17)

Man könnte fragen: Hat Gott etwa die Früchte des einen absichtlich vergiftet? Mit solch einem starken Gift, dass man nach dem Verzehr noch am selben Tag für immer stirbt! Warum diese harte Vorkehrung in mitten der wunderschönen Idylle des Gartens? Warum tat dies ein Gott der Liebe ist?

Nach meinem Verständnis sollte der Garten Eden nicht nur ein herrliches Zuhause sein, sondern auch eine Schule des Charakters.

Noch vor der Erschaffung des Menschen und seines Zuhauses, tobte im „Himmel“ ein grausamer Kampf zwischen dem Herrn Jesus und Luzifer. Statt diesen Kampf zu unterbinden, nutzte ihn Gott als anschauliches und wirkungsvolles Schauspiel für alle Bewohner des Weltalls.

In der ganzen Weltgeschichte konnte jeder, mehr oder weniger, auch am eigenen Leibe erfahren und deutlich spüren, wo der ganze Kampf hinführt. Aufgrund aller Kriege und sonstigen, harten und oft tragischen Erfahrungen, werden sich letztlich alle Menschen nicht nur ein dauerhaftes, friedliches Leben wünschen, sondern sich persönlich dafür einsetzen.

In der ganzen Zukunft kommt niemandem mehr in den Sinn, diese dunkle und grausame Geschichte der Erde, die im Garten Eden begonnen hat, zu wiederholen. Sollte irgendwann doch jemand auf eine solche Idee kommen, wird Gott einen legitimen Beweis haben, um sofort, am selben Tag, wirkungsvoll einzuschreiten und es zu zerschlagen.

Weil Gott nach der Erschaffung unserer Erde, einschließlich der Bäume des Lebens und des Todes, sagte, dass alles sehr gut war, werden, so glaube ich, auf der erneuerten Erde diese zwei bedeutenden Bäume auch wieder da sein. Sie sind Symbole der Souveränität, die Gott Seinen Geschöpfen gewährleistet. Jedoch dann wird ihre Bestimmung richtig verstanden, geschätzt und von jedem völlig respektiert. Bestimmt wird es keiner als eine Begrenzung oder Last empfinden.

Man kann diese zwei Bäume auch als zwei Symbole in der langen Zeit der Geschichte unserer Erde bezeichnen. Der Mensch war zu jeder Zeit mit den Bedingungen für das Leben und den Tod bekannt gemacht und immer wieder am eigenen Leibe damit konfrontiert.

Die Konfrontation hat verschiedene Abstufungen, entsprechend jedem menschlichen Individuum angepasst. Dabei wird der Status jedes einzelnen Menschen betrachtet, der von seinem körperlichen und geistigen Zustand abhängt. Den Status, glaube ich, bestimmen die Eintragungen in den metrischen Büchern der himmlischen „Administration. („Dies ist das Buch von Adams Geschlecht.“ (1Mose 5,1)

Ich glaube, dass es in diesen Büchern auch Vermerke gibt über das Verhalten des Einzelnen, in Verbindung mit den zwei genannten Bäumen. Von welchem Baum die Früchte gegessen wurden und weiter gegessen werden. Die Früchte, die zum Leben oder Früchte, die zum Tode führen. Aber auch wie weit derjenige über die Bestimmungen betreffs dieser zwei Bäume, informiert war. Ob er sich letztlich wehren könnte: „Davon wusste ich nichts!“

In der Geschichte des Gartens Eden liegen noch zwei bedeutende, eindrucksvolle Angaben.
Die erste auffallende Angabe:
„Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Nahrung und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.“ (1Mose 3,6)

Ich glaube nicht, dass Eva aus purer Bosheit die verbotene Frucht aß, sondern wegen ihrer unerfahrenen Naivität. Sie hatte noch nicht so richtig gelernt, Gott in erster Linie völlig zu glauben und zu respektieren. Wie oft ist es, dass der Mensch allem Denkbaren glaubt, statt dem, was Gott in der Heiligen Schrift sagt.

„Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 5,29)

Die zweite, auffallende Angabe:
Warum nahm Adam die verbotene Frucht nicht selbst vom Baum, sondern erst aus der Hand Evas? Im Buch Patriarchen und Propheten, S.33, von E.G.White, steht folgendes:

„Liebe, Dankbarkeit und Treue gegenüber dem Schöpfer wurden verdrängt durch die Gefühle für Eva. Sie war ein Teil von ihm (Adam), und der Gedanke an Trennung war ihm unerträglich. Er machte sich nicht klar, dass dieselbe Allmacht, die ihn aus Erdstaub zu einer lebendigen, schönen Gestalt erschuf und ihm in Liebe auch eine Gefährtin gab, deren Platz wieder ausfüllen konnte. Er entschied sich dafür, ihr Schicksal zu teilen. Wenn sie sterben mußte, wollte er mit ihr sterben. Konnten nicht vielleicht auch die Worte der klugen Schlange wahr sein? Eva stand so schön und scheinbar unschuldig vor ihm wie vor ihrem Ungehorsam. Sie war noch liebevoller als zuvor. Kein Zeichen des Todes erschien an ihr, und er beschloss, die Folgen seiner Tat in Kauf zu nehmen. Schnell nahm er die Frucht und aß.“

Die unglaubliche Geschichte einer großen Liebe. Die Geschichte eines Mannes, der für seine Geliebte bereit war zu sterben. Es ist leicht zu sagen: „Adam sollte glauben, an Stelle der Eva einen zufriedenstellenden Ausgleich zu bekommen.“

Ich, der ich diesen Artikel schreibe, habe auch meine liebe Frau verloren. Doch in aller Zukunft möchte ich, wie Adam, keine andere haben. Daher kann ich den Adam gut verstehen, dass er diese Frucht aß.
Mit der obigen Bemerkung ist es sichtbar, dass das Verhalten zu den zwei „Bäumen“ nicht einfach ist. Die folgende Aufforderung macht es etwas deutlicher: „Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden.“ (Hebräer 12,4)

Diese Geschichte hier endet mit der großen Hoffnung. Adam und Eva starben nicht am selben Tag, wie vorausgesagt, sondern erst nach hunderten von Jahren. Sie bekamen eine Gnadenfrist, um über den großen Erlösungsplan und der damit verbundenen Bedingung der Erlösung zu erfahren.

Bildquellen

  • : KI - ChatGPT