Es ist gewissermaßen menschlich, auf die Neue Erde ohne große Anstrengung kommen zu wollen. Um diesen Wunsch einigermaßen realistisch zu machen, wurden Gott verschiedene Eigenschaften zugeordnet. Dabei beruft man sich auf die große Liebe Gottes.
Sein Erlösungsplan beruht tatsächlich auf einer unbegreiflich großen Liebe. Der Mensch war noch nicht erschaffen und doch war der Erlösung Plan bereits vorhanden – samt dem geplanten Todesopfer des Herrn Jesus – des Sohnes Gottes.
Eine besondere Eigenschaft Gottes ist Seine Gnade. Auf dieser Gnade basiert der Glaube besonders. Aber Vorsicht! Mit der Zeit wurde aus dieser Gnade allmählich eine s.g. „Billige Gnade“. Um sie zu verteidigen werden Bibelstellen zitiert, die entweder aus dem Kontext gerissen, oder falsch interpretiert sind. Dadurch ist das Prinzip der Erlösung verfälscht.
Man spricht unermüdlich über die grenzenlose Liebe Gottes. Einerseits ist es auch richtig. Doch diese Liebe wird nicht vollständig definiert. Über Gott und den Herrn Jesus gibt es viele biblische Aussagen, die kaum erwähnt werden. Denn eine Mitteilung könnte zu einer großen Verwirrung führen. Hier ein paar Beispiele:
„Feuer geht vor ihm her und verzehrt seine Feinde ringsum.“ (Psalm 97,3) „Und nun lass mich, damit mein Zorn (des Herrn) gegen sie entbrennt und ich sie vernichte!“ (2. Mose 32,10) „… da entbrannte der Zorn des HERRN … sodass ER den ganzen Fluch über es gebracht hat…“ (5. Mose29,26) „Dann redet ER sie an in seinem Zorn, in seiner Zornglut schreckt er sie.“ (Psalm 2,5) „Und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!“ (Offenbarung 6,16) „Gott ist ein gerechter Richter und ein strafender Gott an jedem Tag. Wahrhaftig, schon wieder wetzt ER sein Schwert, spannt seinen Bogen und rüstet ihn.“ (Psalm 7,12.13)
Bei all dem Grollen Gottes spricht ER aber Hoffnung aus: „Geh und rufe diese Worte aus nach Norden hin und sprich: Kehre um, Israel, du Abtrünnige, spricht der HERR! Ich will nicht finster auf euch blicken. Denn ich bin getreu, spricht der HERR, ich werde nicht für ewig grollen.“ (Jeremia 3,12) Also keine billige Gnade! Und doch:
„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Epheser 2,8-10)
Dieser Vers spielt eine entscheidende Rolle beim Verständnis des obigen Dilemmas – einem scheinbaren Widerspruch. Wohl bemerkt: „Wir sind geschaffen zu guten Werken“. Das heißt: Wenn jemand gut ist, dann ist er normal geworden, so wie Gott ihn geschaffen hat. Er ist nicht besser geworden, um deswegen belohnt zu werden oder in den Himmel zu kommen. So bleibt die Rettung ein Gnadenakt Gottes. Weil er aber vorher gesündigt hat und so dem Tode verfallen ist, braucht er das Opfer des Herrn Jesus, um am Leben zu bleiben.
Noch dies: Wenn ein Kind auf Grund seines guten Verhaltens ein Geschenk bekommt, dann nicht, weil dadurch des Vaters Geldbörse dicker wurde. Den ganzen Betrag bezahlt er sowieso aus eigener Tasche.
Die zukünftige Welt, die Neue Erde, wird wieder dieselbe sein, wie die vor 6.000 Jahren mit dem sündlosen Menschen, so wie Adam und Eva am Anfang waren. Dies wird nicht geschehen durch einen Akt Gottes, indem ER mit der Macht Seines Wortes solche Menschen im Nu machen wird. Dies muss jeder Mensch erreichen, indem er das Moralgesetz Gottes, mit der Hilfe Gottes, einhält.
Hier findet sich ein Problem, mit der man die klaren Bedingungen für den Eintritt auf die neue Erde schwächt. Die Theorie von einer s.g. billigen Gnade. Man beruft sich auf die unerfüllbaren Anforderungen Gottes. Überwiegen wird gesagt: „Die Gebote Gottes sind nicht haltbar.“
Man bedenke: Gott, der nicht nur liebt, sondern die Liebe in Persona selbst ist, gibt den Menschen Gebote und Verbote, von denen ER im voraus weiß, dass sie nicht haltbar, machbar und erfüllbar sind, mit einer zusätzlichen Klausel, in der es heißt: Für das Nichteinhalten der Anordnungen Gottes folgt sofort die Strafe mit dem Todesurteil.
„Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten … aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“ (1. Mose 3,16.17)
Solch ein Verhalten Gottes wäre kein bisschen von Liebe geprägt, sondern höchst gemein. Dem entsprechend macht die Behauptung „die Gebote Gottes nicht haltbar sind“ aus dem liebenden, allwissenden Gott, einen Sadisten.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Grundlage des Thrones Gottes folgende ist: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste deines Thrones, Gnade und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her.“ (Psalm 89,15)
So bleibt nichts anderes übrig, als die treue Befolgung des kosmischen Sittendekalogs Gottes.
„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“ (1Timtheus 6,12)
„Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden.“ (Hebräer 12,4)
„Hier ist das Ausharren der Heiligen nötig, die die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.“ (Offenbarung 14,12)
Laut dieser Verse soll der Mensch, im Gehorsam den Anordnungen Gottes gegenüber, eindeutig völlig engagiert werden.
Die billige Gnade ist Satans Botschaft. Schon bei den ersten Menschen, Adam und Eva, behauptete er: „Und die Schlange … sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: … von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ (1 Mose 3,1-5)
Sollte der Mensch lieb und gehorsam sein, weil ihn Gott so gemacht hat, dann wäre er kein Individuum mehr, sondern eine Marionette in den Händen Gottes. So etwas macht die wahre Liebe nicht!!! Was ER aber machen will, ist bei dem Kampf mit der Sünde aktiv behilflich zu sein:
Beim gehorsamen Halten der Gebote Gottes widerspiegelt sich meine und deine Liebe: Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen.
„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. (Römer 13,10) „Da lehrte er mich und sprach zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest; bewahre meine Gebote, so wirst du leben!“ (Sprüche 4,4)
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