Das Bild des Himmels:
„Zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch.“ (1Petrus 1,4) „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4)
Das Bild der Hölle:
„So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappern.“ (Matthäus 13,49.50)
„…in die Hölle, in das unauslöschliche Feuer“. (Markus 9,44)
Ist das eine Beschreibung der Hölle?
Darüber gibt es unterschiedliche christliche Auffassungen:
- Manche sehen darin eine Beschreibung der ewigen Höllenstrafe.
- Andere verstehen es als Bild für das endgültige Gericht und den Ausschluss aus Gottes Reich.
- Wieder andere sehen darin eine bildhafte Sprache, die den Ernst des Gerichts verdeutlicht, ohne den genauen Zustand nach dem Gericht zu beschreiben.
Diese beiden obigen Begriffe, Himmel und Hölle, kommen in der Bibel widerholt vor. Mit einer immensen Wut knallen die beiden gegenseitig an ein riesenhaftes, ethisches Problem bzw. Paradox. Auf einer Seite der Himmel, ein Ort der ewigen Wonne, auf der anderen Seite ewiges Heulen und Zähneknirschen im Feuer der Hölle. Ein Teil der Familie in der Wonne des Himmels, der andere Teil in ewiger Qual der Hölle.
Oberflächlich betrachtet scheinen diese zwei Begriffe eindeutig klar zu sein. Aber nicht mehr in einer tiefen, ethischen Betrachtung.
Wenn ein Sünder in der Hölle ewig schmoren sollte, der nur kurz gelebt hat, wo ist die Gerechtigkeit Gottes? Oder jemand hat in seinem ganzen Leben nur einmal gesündigt, aber muss dann auf den Befehl Gottes die ganze Ewigkeit in die Hölle? Das wäre ein höchst schreiendes und widersprechendes Paradox zum liebevollen Charakter Gottes.
Auch dies: Es ist absolut undenkbar, dass edle Menschen, die sogar ihre Feinde lieben lernten, in den Himmel kommen und sich dort freuen sollten, wenn gleichzeitig Andere, sogar Angehörige, in einer Hölle schmoren sollen.
„Und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappern.“ (Matthäus 13,42)
Dieses Dilemma benötigt ein tiefes, studienartiges Verständnis, vor allem weil sich die Bibel nicht widersprechen kann!
Dieses Dilemma ist zu lösen, wenn die Hölle auch symbolisch betrachtet wird.
Hier eine Illustration:
Wie oft, tief bedauernd, schlägt man sich an den Kopf, wegen einer spontanen Reaktion oder einer falschen Entscheidung, die man verübt hat. Da wird oft gesagt: „Hätte ich es gewusst … oder hätte ich doch lieber geschwiegen …“ Es folgen schlaflose Nächte, Streitereien, Kämpfe, nicht selten auf Leben und Tod!
Weitere Bilder dieser Hölle:
Seelenunruhe, Gewissensbisse, Verlust der Freunde, Hass, wo Liebe war. Allerlei Gerichtsverfahren mit oft anschließendem Gefängnis usw. usf. Mit anderen Worten: Tag und Nacht ein unlöschbares Feuer der seelischen Hölle.
Wie oft, auch tagelang, frisst und brennt im ganzen Gemüt das, was man eingebrockt hat, denn man kann es nicht mehr rückgängig machen! Ein Bedauern und Heulen hilft nichts! Das Feuer der Schuld wird oft zur Hölle – erbarmungslos!
Die Bibelwissenschaftler verstehen den Ausdruck „Hölle“ auch als Bild für Menschen, die erkennen, dass sie Gottes Reich verpasst haben. Das umfasst:
„Die klügsten können irren – die Stärksten ermüden. Zu viel Vorsicht ist oft genauso gefährlich wie zu viel Optimismus. Um mit sicherem Schritt voranzugehen, brauchen wir die Gewissheit, dass eine allmächtige Hand uns hält und unendliches Mitgefühl uns gilt, wenn wir fallen. Gott allein kann unseren Hilferuf jederzeit hören.“ (Sings of the Times, 28.Juli 1881)
„Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Name ist vergessen. Auch ihr Lieben, auch ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst verloren gegangen. Und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht.“ (Prediger 9,5.6)
Die Tatsache, dass die Bibel über den Himmel und die Hölle spricht, nutzte Satan auf das übelste. Er nutze die Angst der Menschen aus, um eine gigantisch falsche Lehre über die Hölle zu verbreiten.
Johann Tetzel war ein deutscher Dominikanermönch und Ablassprediger, der mit der Hilfe von gruseligen Bildern einer angeblichen Hölle die Menschen in höchste seelische Angst versetzt hat.
Gleichzeitig wurde eine Rettung versprochen, gegen Bezahlung – bekannt als „Ablasshandel“. Tetzel hat den Menschen so eine große Angst geschildert und eingejagt, dass sie oft den letzten Groschen brachten, nur um ja nicht in eine solche Hölle zu kommen. Für diesen Berg von dem erlogenen Geld wurde die grandiose Basilika in Rom erbaut.
Dieser Ablasshandel veranlasste Dr. Martin Luther zur Verfassung der bekannten 95 Thesen, die in viele Sprachen übersetzt wurden.
„Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen.“ (Prediger 9,5) „Nicht die Toten loben den HERRN, keiner, der hinunterfährt in die Stille;“ (Psalm 115,17)
Die Bibelwissenschaftler verstehen den Ausdruck „Hölle“ als Bild für Menschen, die erkannt haben, dass sie Gottes Reich für immer verpasst haben. Das umfasst: tiefe Trauer („Weinen“), Verzweiflung, Wut und Verbitterung („Zähneknirschen“).
Im Alten Testament und anderen jüdischen Schriften kann Zähneknirschen auch den Ausdruck von Zorn oder Feindschaft bedeuten, nicht nur von Schmerz.
Jesus verbindet den Ausdruck häufig mit Wendungen wie „äußere Finsternis“ oder „Feuerofen“. Diese Bilder sollen vor allem den Ernst der Trennung von Gott und die Konsequenzen der Ablehnung seiner Botschaft verdeutlichen.
Noch ein Verständnis von der biblischen Hölle: „Und der Rauch von ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier anbeten und sein Bild und wer das Zeichen seines Namens annimmt.“ (Offenbarung 14,11)
„Und sie werden hinausgehen und sich die Leichen der Menschen ansehen, die mit mir gebrochen haben. Denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.“ (Jesaja 66,24) „Wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.“ (Markus 9,48)
Hier ist zu vermuten, dass es auf der Neuen Erde außerhalb des Neuen Jerusalems eine Stelle geben wird, aus der ein ewiger Rauch aufsteigen wird. Sie wird zum Mahnzeichen, damit in der ganzen Zukunft keiner auf die Idee kommt, die Rebellion Luzifers zu wiederholen. Denn auch er war anfangs vollkommen. „Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! ⟨Wie bist du⟩ zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen!“ (Jesaja 14,12-20)
C. S. Lewis vertrat eine einflussreiche Sicht der Hölle: Er verstand sie vor allem als endgültige Trennung von Gott, die aus der freien Entscheidung des Menschen hervorgeht, und nicht in erster Linie als einen Ort physischer Qual.
„Denn der Sünde Sold ist der Tod.“ (Römer 6,23a) – nicht eine angebliche Hölle!!!
Bildquellen
- Himmel und Hölle im Licht der Bibel: KI (ChatGPT)