Gott ist die Liebe

„Gott ist Liebe, und wer sich von der Liebe bestimmen lässt, lebt in Gott, und Gott lebt in ihm.“  (1.Johannes 4,16b) Es heißt hier nicht, dass Gott die Liebe hat, sondern dass ER in Seinem Wesen selbst die Liebe ist. Die Eigenschaft zu lieben, ist nur ein Teil Seines Wesens – der schwer fassbaren, globalen Liebe.

Wenn das Lieben nur ein Teil des Wesens der Liebe Gottes ist, was ist dann der ganze Rest Seines Wesens? Wie ist bei Gott, den ja keiner gesehen hat, Seine Liebe sichtbar? Wo ist sie für den menschlichen, sehr beschränkten Verstand zu finden? Weil Gott in Seinem Werke sichtbar ist, muss demnach die Liebe dort gesucht werden.

Wie allgemein bekannt ist, hat die Liebe gerne schöne, liebliche und bunte Dinge. An solchen Sachen erfreut sich der Mensch immer wieder. Sie können alle seine Sinne anregen und freudig stimmen.

Alles, was Gott geschaffen hat, hat seinen weisen und sinnvollen Zweck. In diesem „Zweck“ ist auch Seine Liebe allgegenwärtig. Sie ist sowohl im Mikrokosmos wie auch im Makrokosmos zu „sehen“ und zu spüren. Nicht nur das Physikalische und Chemische, aber auch die verschiedenen unveränderlichen Gesetze, die für Ordnung, richtige Verläufe und Sicherheit eingesetzt waren. Die ganze Schöpfung Gottes ist präzise komplex – fein zueinander ausgewogen  – und dient optimal allem Geschöpf. In all Diesem ist die große Liebe Gottes allgegenwärtig.

Bei der Beobachtung der gesamten Schöpfung, ist etwas besonders Massives festzustellen. Dieses Etwas ist die Vielfalt, die man mit allen fünf Sinnen wahrnehmen kann. Auch in dieser Vielfalt spiegelt sich der geniale Charakter Gottes wider, den man mit dem Begriff „Liebe“ zusammenfassen kann!

Wenn alles nur sinnvoll sein sollte, wäre für das Auge alles öde: gleich geformt, einfarbig und gleich gemustert. Alles Drum und Dran würde zwar angenehm wirken, aber gleich riechen. Für die Erhaltung des Lebens würde nur eine essbare Frucht zur Verfügung stehen. Sie würde zwar alle Stoffe für ein gesundes Leben beinhalten, aber nur einen Geschmack haben. Alle Tiere würden gleiche Laute, und alle Vögel dieselben Melodien zum Hören von sich geben. Alle Materialien würden für den Tastsinn zwar ein feines, doch das gleiche Berührungsgefühl hervorrufen. So wäre es, wenn Gott Seine Liebe nicht in die Schöpfung eingepflanzt hätte.

Will man also wissen, was zu der großen Liebe Gottes noch gehört, muss man Seine Schöpfung – die Natur – mit allen fünf Sinnen näher und genauer anschauen. Denn Viele wissen, dass die gesamte Natur sehr bunt ist, aber wie viele Menschen wissen es aus eigener Erfahrung? Wie viele betrachten und erkennen immer wieder diese unendliche Liebe Gottes, die aus Allem herausstrahlt?

Geschaffen aus Liebe – zum hohen Genuss für alle Sinne:

Eine besondere Bewunderung gilt der überall vorhandenen Symmetrie. Alle Käfer und Schmetterlinge, Feldtiere und Vögel, winzig klein oder riesig groß, alle diese Körper, in allen ihren Details, weisen eine visuelle Symmetrie auf. Auch die Bemalung ist symmetrisch – die linke Seite ähnelt der rechten. Die Symmetrie geht so weit, dass sie auch im Gewicht sichtbar ist. Ein Wasservogel liegt immer waagerecht auf dem Wasser.

Auch die ganze Flora weist eine Symmetrie auf. Das Gras, die Bäume und Blumen, ob winzig klein oder riesig groß, sind symmetrisch aufgebaut. In durchleuchtetem Laub ist die Symmetrie der Adern zu sehen. Die Beobachtung all dieser Dinge erfreut den Betrachter und wirkt beruhigend.
Das ist nicht der einzige Grund für die Freude des Alltags. Die allerlei aromatischen Düfte der vielen verschiedenen Blumen, die der Wind in der Luft verteilt und füllt, machen den Kopf frei und heiter.

Die bunte Welt der Vögel in ihrer Form und Färbung des Federkleides sowie der abwechslungsreiche Gesang, stimmen das Herz und die Seele immer wieder aufs Neue fröhlich.

Die große Auswahl der verschiedenen Früchte der Bäume, Sträucher und des Bodens; in ihrer abwechslungsreichen Form, Farbe und Geschmack, sind ein dauerhafter Genuss, den man mehrmals am Tag schmecken darf. Die Zeit, die man mit ihnen verbringt, erquickt schmackhaft jeden – jede Kreatur.

Die Liebe Gottes ist auch in den guten Gefühlen zu entdecken, mit denen Gott alle Lebewesen begabt und versehen hat. Besonders bei den Kindern ist es sichtbar. Voll Freude spielen, hüpfen und lachen sie den ganzen Tag. Das gleiche ist bei jungen Tieren zu beobachten. Auch sie sind dauernd in fröhlicher und amüsanter Bewegung.

Die Freude eines Hundes, dessen Herrchen nach Hause kommt, ist oft überwältigend. Auch die Trauer eines Hundes über den Verlust seines Herrchens, kann sehr rührend sein. Nicht selten verlässt er sein Grab so lange nicht, bis er selbst stirbt. Wissenschaftler vermuten, dass Bienen in ihrem Schlaf träumen. Elefanten wissen zu trauern über ihre toten Gefährten.

Die Liebhaber der Blumen, die mit ihnen liebevoll sprechen und ihnen singen, haben beobachtet, dass solche Pflanzen prächtig gedeihen. Andererseits Blumen, die in Lärm, böser und schmutziger Umgebung stehen, gehen ein.

Besonders auffallend ist Gottes kunstvoller Vermählungsapparat. ER hätte es so einrichten können, dass für die Fortpflanzung nur ein Element ausreichend wäre – sowohl in der Fauna als auch in der Flora. Es wäre kein männlicher und weiblicher Teil nötig. Die Fortpflanzung wäre ohne begleitende Gefühle möglich – nur kalt mechanisch.

Die große Liebe Gottes spiegelt sich auch in diesem besonderen Auftrag wider: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen … über die ganze Erde …! (1.Mose 1,26) „Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. (1.Mose 2,15)

Gott hätte alles selbst machen können. Weil aber in ausgewogener Arbeit ein besonderer Segen liegt, überlässt ER diese erfreuliche, gesunde und verantwortliche Beschäftigung dem Menschen. Zu eigener Freude verfolgte Gott die Kreativität des Menschen:

Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen.“ (1.Mose 2,19)

Gott, in Seiner absoluten Liebe, hat auch an das Seelische gedacht. ER wollte, dass alle Seine Geschöpfe in Frieden und Gerechtigkeit leben. Aus diesem Anlass der Liebe, gab ER das Moralgesetz – den Abglanz Seines Charakters. Durch das Befolgen dieses Gesetzes soll die Liebe Gottes in alle Kreatur übergehen und sichtbar werden.

„Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“ (Jeremia 31,33) Dieses Bewusstsein soll der Mensch besonders am Tag des Herrn – dem Sabbat – verspüren. „Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkannten, dass ich der HERR bin, der sie heiligt.“ (Hesekiel 20,12)

Der größte Ausdruck der Liebe Gottes liegt im Ewigen Evangelium. Einem Erlösungsplan zur Rettung des Menschen, der wegen seines Sündenfalles zum ewigen Tode gezeichnet und verurteilt ist.

In der ganzen Vielfalt der Schöpfung spiegelt sich überall der liebevolle Charakter Gottes wider. Nicht nur die exzellente Ethik und Schönheit zeichnen seinen Charakter aus, aber auch ein großer Sinn und Humor für Freude, gesunden Genuss und Abwechslung. Im Reiche Gottes wirkt alles harmonisch, lieblich, friedlich und, und, und… ! Das alles, liebevoll angepasst, zum umfassenden Wohl Seiner ganzen Kreatur!

So sieht die Liebe Gottes in seinem Wesen aus! Sie jedoch in ihrem ganzen Ausmaß zu begreifen, ist für den Menschen, mit seinem begrenzten Denkvermögen, nicht völlig fassbar und begreiflich. Trotzdem entstand eine reiche Dichtung der Poesie. Es wurden zahlreiche Lieder komponiert. Alles, um die große Liebe Gottes zu bewundern und zu achten.

In der am Anfang zitierten Aussage: „Gott ist Liebe“, spricht nicht Gott selbst. Das sind Worte eines Mannes, der durch redliche Beobachtung der gesamten Schöpfung und viele Erfahrungen, sowohl der eigenen als auch der von Anderen, erkannt hat, dass Gott, in seinem Wesen, die Liebe ist!

Zum Bilde Gottes geschaffen.

Der Mensch trägt das Bild seines Schöpfers. Auch die Liebe Gottes soll sich im Bilde des Charakters eines jeglichen Menschen deutlich widerspiegeln. Was näher unter „Lieben“ zu verstehen ist, erleuchtet die Bibel ausgiebig:
„Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.“ (1.Kor 13,4-7)

Wie bekannt, ist ein Bild kein Original – es ähnelt ihm nur. Zum Beispiel: Gott sieht optimal – seine Geschöpfe sehen stark begrenzt. Gott hört optimal – seine Geschöpfe begrenzt. Gott schafft Vollkommenes – ein Mensch nicht optimales. So ist es auch mit allen anderen Sinnen und Eigenschaften – auf einer Seite die Vollkommenheit Gottes – auf der anderen die Begrenztheit des Menschen.

Die natürliche Begrenztheit eines Menschen kann für ihn als Maß seiner Vollkommenheit gelten. Dann gilt, bei Definition der menschlichen vollkommenen Liebe, folgendes:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand! Und: Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!“ (Lukas 10,27/NGÜ)