Gebet

Rufe mich nicht an!

Unzählige Male wird von der Kanzel aus, in der Sabbatschule, in kleinen und großen Gesprächsgruppen wiederholt über die große Liebe Gottes gesprochen. Dabei wird betont, dass die Bibel die Grundlage und der Maßstab des Glaubens ist.

Mit Begeisterung, und nicht selten mit Tränen in den Augen, werden manche wunderschöne, persönliche Gebetserfahrungen erzählt, in denen die große Liebe Gottes hervorgehoben wird. Rührend sprechen auch solche, die trotz ihres falschen, sogar sündigen Verhaltens, ihre Gebete auf wunderbare Weise erhört erleben durften.

Um den Mut zu beten noch mehr zu stärken, wird nachdrücklich gesagt, dass Gott, in Seiner großen Liebe, bereit ist zu jeder Zeit und wiederholt dem Beter zuzuhören. Dafür erwähnen sie die Bibeltexte wie z.B: „Betet ohne Unterlass, …“ (1Thess 5,17), oder: „Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen, …“ (Epheser 6,18).

Bedenken wir eine logische Lage, die aus dieser These herauskommen kann: Jemand stiehlt. Kurz darauf reut es ihn und er bittet Gott um Vergebung. Weil er so erzogen wurde, glaubt er, dass Gott ihm tatsächlich vergeben hat. Bei der nächsten Gelegenheit stiehlt er erneut. Und wieder, in seinem kindlichen Glauben bittet er Gott um Vergebung. Die Hoffnung auf eine erneute Vergebung ist groß! Dabei erinnert er sich an die vielen liebevollen Zusagen Gottes:

„Kommt denn und lasst uns miteinander rechten!, spricht der HERR. Wenn eure Sünden ⟨rot⟩ wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen sie werden.“ (Jesaja 1,18)

Es vergeht eine nicht lange Zeit, und er stiehlt wieder, und wieder und immer wieder. Jedes Mal bittet er Gott inbrünstig um Vergebung. Ja und dann stiehlt er erneut. Die Zeit zwischen dem einzelnen Stehlen ist immer kürzer. Was würde wohl ein gesunder Verstand zu solch einem Vorgehen sagen?
Trotzdem wird von den Theologen weiter behauptet, ein Sünder kann immer wieder, und immer wieder zu Gott kommen und liebevoll gereinigt werden.

Man bedenke: Gott hat zwar das Stehlen verboten, aber ER nimmt es nicht so ganz ernst, denn laut dieser These reicht es, nach dem Stehlen einfach um Vergebung zu bitten und Gott reinigt erneut immer wieder.

Auf diese Weise hat das Wort Gottes kein großes Gewicht mehr. Und das läuft nicht nur bei dem einen Gebot so, sondern bei allen Geboten Seines Moralgesetzes. Aber: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ (Galater 6,7)

In der Bibel steht auch dies: „Fern ist der HERR von den Gottlosen (die immer wieder stehlen), aber das Gebet der Gerechten hört ER.“ (Sprüche 15,29) (Die aufgehört haben zu stehlen.)

Die Geduld Gottes aber endet einmal und geht in den Fluch über: „Du aber bitte nicht für dies Volk und bringe für sie kein Flehen noch Gebet vor mich; denn ich will sie nicht hören, wenn sie zu mir schreien in ihrer Not.“ (Jeremia 11,14)

“Dies ist das Wort, das zu Jeremia geschah vom HERRN: Hört die Worte dieses Bundes! Du sollst sie den Leuten in Juda und den Bürgern von Jerusalem sagen! Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes, die ich euren Vätern gebot an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte;“ aus dem glühenden Ofen, und sprach: Gehorcht meiner Stimme und tut, ganz wie ich euch geboten habe, so sollt ihr mein Volk sein, und ich will euer Gott sein,“ (Jeremia 11,1-4)

Bei einer Gelegenheit sagte der Herr Jesus: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. (Johannes 5,14)

Paulus ruft aus: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt hinfort kein Opfer mehr für die Sünden.“ (Hebräer 10,26)

Man spricht gerne und oft mit der Berufung auf die große Gnade Gottes, aber Vorsicht: „Was wollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? Das sei ferne! Wir sind doch der Sünde gestorben. Wie können wir noch in ihr leben.“ (Römer 6,1.2)
Sollte die Behauptung, dass die Gebote Gottes nicht haltbar sind, sich bewahrheiten, und dass Gott den Sünder immer wieder reinigt, erübrigt sich eine berechtige Frage: „Wozu dann das Moralgesetz überhaupt?

Durch die allgemeine Degeneration ist es heute tatsächlich nicht leicht, die Gebote Gottes gehorsam einzuhalten. Die Kraft dafür kann jedoch durch ernste Gebete geholt werden. „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.“ (Philipper)

Besser, als ständig um Vergebung zu bitten, ist folgendes Gebet zu sprechen: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!“ (Psalm 51,12) „Bewahre mich wie den Augapfel, verbirg mich im Schatten deiner Hand.“ (Psalm 17,8)

Bildquellen

  • : Bild erstellt mit KI (ChatGPT)