Die umfangreichste Tugend
„Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit.“ (Sprüche 14,29)
Es scheint so, dass Kinder als geduldig oder ungeduldig geboren werden: Denn einige schreien gleich, wenn sie nicht das bekommen nach dem sie verlangen. Andere wiederum wissen auf die Erfüllung ihres Wunsches geduldig abzuwarten. Sind demnach die einen besser als die anderen? Sie sind doch alle unschuldige Kinder, denen man eine Ungeduld nicht vorwerfen kann! Oder doch?
Jeder Mensch wird in seinem Leben mit der Geduld konfrontiert. Seine Reaktion hängt von den Genen ab, die er vererbt hat, und von der Erziehung, die er seit seiner Kindheit erhalten hat und oft durchmachen musste. Solche Erziehung ist nicht immer leicht. Sie kann durch die gerade entstandene Lage geprägt werden, aber auch freiwillig erfolgen. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob es sich gelohnt hat, die Geduld ausdauernd zu lernen und sie im Alltag permanent anzuwenden.
Es ist allgemein bekannt, dass eigene Eltern ihrem Kind viel mehr Geduld schenken, als einem Fremden. Warum dem so ist? Hier hat die Liebe das Sagen. Von Anfang an hat Gott, neben den verschiedenen Tugenden, auch die Liebe ins Herz eines jeglichen Menschen eingepflanzt. Sie ist entscheidend wichtig bei Anwendung der Geduld.
Mit der Zeit erfühlt sich immer mehr die Aussage in Matthäus 24,12: „Und weil die Missachtung des Gesetzes überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.“ Demzufolge, wo die Liebe fehlt, fehlt auch die goldene Geduld.
Die Liebe gehört zu der ursprünglichen Schöpfung, die Gott in jeden eingepflanzt hat. Dementsprechend hat die Geduld ein hohe Bedeutung. Mit der herrschenden Sünde wird die Liebe, und mit ihr auch die Geduld, immer mehr abgebaut.
Aber es gibt eine Lehranstalt, eine Akademie, in der man die Geduld wieder absolvieren kann. Sie steht bereit sowohl für junge als auch ältere Menschen, für reiche und arme, für den Adel wie auch für die Einfachen. Man kann sie gedruckt, per Internet oder vorgetragen bekommen.
Es gibt ein altes Buch, das Gott der Allmächtige, selbst inspiriert hat. Dort liegt ein Kapitel vor, eine Einweisung, um die Geduld zu erlernen. Die Einweisung findet sich in der Bibel, der Heiligen Schrift, im Buch Exodus, Kapitel 20. Dort ist das Lehrprogramm in 10 Stufen – 10 Lehrgänge aufgeteilt.
„Hier ist die Geduld der Heiligen, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren!“ (Offenbarung 14,12)
(Eine Bemerkung zum obigen Vers: In den meisten Bibeln lautet dieser Vers wie folgt: „…und haben den Glauben an Jesus.“ Jedoch, an Jesus glaubt auch der Satan. Er sah Ihn sogar persönlich. So hat der Glaube Jesu eine sehr tiefe Bedeutung in Seiner Nachfolge!)
Dieses besondere Lehrmaterial, das sind die die Zehn Gebote des Moralgesetzes Gottes. Zwar geschrieben für die ganze Menschheit, aber in diesem Artikel hier, besonders an das Volk Gottes gerichtet. Hier einige Beispiele aus diesem Lehrbuch:
Beispiele der Geduld im Bezug zu den einzelnen Geboten:
(I) Wenn nicht alles so verläuft, wie du es dir bei deinem Gott erbeten hast, suche deine Hilfe nicht bei einem anderen Gott! Warte geduldig ab. ER weiß, warum ER verzögert.
(II) Wiederholtes Dahersagen des Namens Gottes, macht diesen Namen ehrenlos – profan.
(III) Denke ja nicht, dass, wenn du ein Bildnis lange genug anbetest, die Hilfe kommt ohne zu warten. Sie kommt nie an.
(IV) Wenn dir die Sabbatruhe zu lange dauert, warte geduldig ab, denn erst die ganze Sabbatruhe bringt den versprochenen Frieden.
(V) Wenn deine alt gewordenen Eltern nicht wie gewohnt schnell genug reagieren, oder manches sofort verstehen, hab mit ihnen besonders viel Geduld!
(VI) Ohne Geduld kann eine Auseinandersetzung sogar zum Töten führen.
(VII) Wenn die Frau deines Nächsten anziehend wirkt, bete geduldig, und du bekommst für dich eine noch bessere.
(VIII) Wenn deine Leistung nicht gut genug bewertet war, warte geduldig. Gott kann es ausgleichen und du brauchst nicht zu klauen.
(IX) Vergelte nicht mit falschem Zeugnis. Warte geduldig und überlasse die Rache dem großen Gott im Himmel.
Begehre nicht des Anderen Hab und Gut, sondern warte geduldig ab und bete, dass Gott nach seinem Willen dir gibt was du brauchst oder sogar begehrst.
Es ist interessant, dass die Bibel die Geduld mit dem Halten der Gebote Gottes verbindet. Mit anderen Worten: Die Gebote Gottes sind die praktische Schule im Erlernen der Geduld. Sie verknüpfen alle Bereiche des Alltags.
„Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“ (Hebräer 10,36) Geduld ist nicht jedermanns Sache. Je schwerer es ist, geduldig zu bleiben, desto mehr muss die dazu nötige Kraft bei Gott erbeten werden. „Gut ist es, geduldig zu sein und schweigend zu warten auf die Hilfe des HERRN“(Klagelied 3,26)
„Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn!“ (Jakobus 5,7)
Bildquellen
- geduld: ChatGPT